Die wichtigste Person auf deiner To-do-Liste fehlt
Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?
In meinen Beratungen stelle ich immer wieder eine einfache Frage:
Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?
Die Antwort kommt meist sehr schnell.
Meine Kinder.
Mein Mann.
Meine Mutter.
Und dann stelle ich eine zweite Frage:
Wo kommst du in dieser Aufzählung vor?
Spätestens dann wird es oft still. Nicht weil die Antwort schwierig wäre, sondern weil in diesem Moment etwas bewusst wird: Du kommst auf deiner eigenen Liste gar nicht vor.
Genau hier beginnt das eigentliche Problem.
Du liebst die Menschen in deinem Leben. Du kümmerst dich, unterstützt, begleitest und trägst Verantwortung. Das ist etwas Wertvolles und Schönes. Gleichzeitig beobachte ich immer wieder, dass dabei eine Person übersehen wird: du selbst.
Das geschieht selten von heute auf morgen. Die eigenen Bedürfnisse werden verschoben. Die eigene Zeit wird verschoben. Die Dinge, die dir guttun würden, werden ebenfalls verschoben.
„Nächste Woche nehme ich mir eine Stunde für mich.“
„Wenn dieses Projekt abgeschlossen ist, wird es ruhiger.“
„Nach dem Urlaub kümmere ich mich mehr um mich selbst.“
Doch aus der Stunde wird nichts. Aus nächster Woche wird nächster Monat. Und irgendwann stellst du fest, dass du für alles Zeit gefunden hast – nur nicht für dich selbst.
Die Folgen zeigen sich oft ganz anders
Wahrscheinlich würdest du nie sagen:
„Ich habe mich selbst vergessen.“
Die Auswirkungen zeigen sich meist auf andere Weise.
Du fühlst dich schneller gereizt als früher. Du kommst nicht mehr richtig zur Ruhe. Du funktionierst, erledigst deine Aufgaben und schaffst, was geschafft werden muss, aber gleichzeitig spürst du, dass dir etwas fehlt. Manchmal fehlt die Energie. Manchmal die Leichtigkeit. Manchmal die Freude.
Vielleicht kennst du auch dieses Gefühl, ständig beschäftigt zu sein und trotzdem nie wirklich anzukommen.
Oft entsteht dann der Gedanke, dass du dich besser organisieren müsstest oder noch effizienter werden solltest. Doch häufig liegt die Ursache ganz woanders.
Wer über lange Zeit fast nur nach außen schaut, verliert irgendwann den Blick nach innen. Wer ständig fragt, was andere brauchen, hört irgendwann auf zu fragen, was ihm selbst guttut.
Selbstfürsorge ist kein Luxus – sie ist eine Entscheidung
Selbstfürsorge wird oft wie eine Belohnung behandelt.
Erst wenn alles erledigt ist.
Erst wenn alle versorgt sind.
Erst wenn genügend Zeit übrig bleibt.
Doch genau so funktioniert es nicht.
Das Leben wird immer neue Aufgaben bereithalten. Es wird immer etwas geben, das noch erledigt werden könnte. Wenn du wartest, bis alles fertig ist, wirst du wahrscheinlich sehr lange warten.
Selbstfürsorge ist deshalb keine Frage der Zeit. Sie ist eine Entscheidung.
Die Entscheidung, dich selbst wichtig zu nehmen.
Die Entscheidung, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Die Entscheidung, dir selbst denselben Respekt entgegenzubringen, den du den Menschen schenkst, die du liebst.
Und genau hier beginnt Veränderung.
Deine Bedürfnisse sind wichtig
Die Entscheidung, dich selbst wichtig zu nehmen, beginnt damit, deine eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber oft nicht.
Du weißt wahrscheinlich sehr genau, was deine Kinder brauchen, was deinem Partner guttut oder womit du einem lieben Menschen eine Freude machen kannst. Du spürst oft schnell, wenn es jemandem nicht gut geht, und versuchst zu unterstützen, wo du kannst.
Doch wie oft fragst du dich selbst:
Was brauche ich eigentlich?
Wenn ich meine Bedürfnisse nicht wahrnehme, kann mein Gegenüber sie auch nicht wahrnehmen.
Niemand kann erraten, was in dir vorgeht. Niemand kann Grenzen respektieren, die du selbst nicht kennst. Niemand kann auf Bedürfnisse eingehen, die du dir selbst nicht eingestehst.
Deshalb beginnt Selbstfürsorge immer bei dir. Mit dem ehrlichen Blick nach innen und der Bereitschaft, deine Bedürfnisse genauso ernst zu nehmen wie die Bedürfnisse der Menschen, die du liebst.
Eine Frage, die vieles verändern kann
Es gibt eine Frage, die ich dir gerne mitgeben möchte:
Was brauche ich heute?
Nicht morgen.
Nicht nächste Woche.
Nicht nach dem nächsten Urlaub.
Heute.
Die Antwort muss nichts Großes sein.
Vielleicht brauchst du zehn Minuten Ruhe.
Vielleicht einen Spaziergang.
Vielleicht ein gutes Gespräch.
Vielleicht einen Abend ohne Verpflichtungen.
Vielleicht einfach die Erlaubnis, nicht ständig funktionieren zu müssen.
Diese Frage regelmäßig zu stellen, kann mehr verändern, als viele große Vorsätze.
Das Leben dient dir zur Freude
In unserer Gesellschaft wird viel über Leistung gesprochen. Über Ziele, Disziplin und Produktivität.
Dabei gerät etwas Wesentliches oft in den Hintergrund: die Freude.
Viele Menschen behandeln Freude wie eine Belohnung. Erst die Arbeit. Dann die Verpflichtungen. Dann die Verantwortung. Und irgendwann, wenn alles erledigt ist, darf die Freude kommen.
Doch dieser Zeitpunkt kommt oft nie.
Freude ist kein Luxus.
Freude nährt die Seele.
Ein Spaziergang in der Natur.
Ein Kaffee in Ruhe.
Ein gutes Buch.
Ein Duft, den du liebst.
Ein Gespräch mit einem Herzensmenschen.
Solche Momente lösen nicht alle Probleme. Aber sie erinnern dich daran, dass Leben mehr ist als funktionieren.
Seelenbalsam – eine Erinnerung an dich selbst
Kleine Rituale können helfen, im Alltag immer wieder bei sich selbst anzukommen.
Genau aus diesem Gedanken heraus ist mein Seelenbalsam entstanden. Nicht als Lösung für alle Herausforderungen des Lebens, sondern als liebevolle Erinnerung, kurz innezuhalten und wieder nach innen zu spüren.
Vielleicht begleitet dich ein Duftmoment am Morgen. Vielleicht ein bewusster Atemzug zwischendurch. Vielleicht ein paar Minuten Ruhe am Abend.
Manche Frauen greifen gerne zum Seelenbalsam, andere lieben den Rosenbalsam, weil er sie daran erinnert, ihre Weiblichkeit und ihre Bedürfnisse wieder stärker wahrzunehmen. Wieder andere begleiten sich mit einer Essenz, um alte Muster loszulassen und neue Entscheidungen zu treffen.
Nicht das Produkt verändert dein Leben.
Die Veränderung beginnt in dem Moment, in dem du beschließt, dich selbst wieder auf deine eigene Liste zu setzen.
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Schlussgedanke
Deshalb möchte ich dir dieselbe Frage stellen, die ich meinen Klientinnen so oft stelle:
Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?
Wenn du diese Frage heute beantwortest, wünsche ich dir, dass dein eigener Name an erster Stelle steht.
Nicht aus Egoismus.
Nicht weil andere Menschen unwichtig wären.
Sondern weil du dein ganzes Leben mit dir selbst verbringst.
Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.
Genau deshalb verdienen deine Bedürfnisse Aufmerksamkeit.
Genau deshalb verdienen deine Gefühle Raum.
Genau deshalb verdienen deine Träume, deine Freude und dein Wohlbefinden einen festen Platz in deinem Alltag.
Je früher du beginnst, dir selbst diese Bedeutung zu geben, desto leichter wird es, gut für andere da zu sein, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Denn alles beginnt bei dir.
